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 Betreff des Beitrags: Röntgenbilder bei der Ankaufsuntersuchung - sinnvoll?
BeitragVerfasst: Fr 24. Aug 2007, 19:29 
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Registriert: Do 19. Jul 2007, 20:22
Beiträge: 1486
Röntgen gehört mittlerweile nahezu zu jeder Ankaufsuntersuchung. Aber macht es wirklich Sinn?

Dazu dieser Artikel (Quelle: http://www.pferdesportverband-saar.de/2 ... e8399da11a)

Zitat:
Der Pferdekäufer ist, zumal durch das Schuldrechtsmodernisierungsgesetz (Sachmängelkauf), in der Rolle als "Verbraucher", in eine gegenüber dem Verkäufer ungleich starke Position gekommen. Es wundert deshalb nicht, dass so mancher Pferdekäufer gesundheitliche Mängel konstruiert und dabei auf die Angriffslinie "Rückenprobleme" einschwenkt.

Daher war das Ziel einer an 200 Verkaufspferden vorgenommen Arbeit , röntgenologisch von der Norm abweichende Befunde an Dornfortsätzen klinisch rückengesunder Pferde zu untersuchen. Anhand häufig vorkommender Röntgenbefunde, die zu keinen klinischen Beschwerden geführt hatten, sollte versucht werden, die Bedeutung solcher Befunde einzuschätzen. 75 % der untersuchten Pferde im Alter zwischen 4 und 9 Jahren zeigten Veränderungen an der Wirbelsäule. Ein Viertel davon sogar gravierende Veränderungen. Trotzdem zeigten alle Pferde unter dem Sattel keine Probleme.

Unklar ist, welche Veränderungen in welchem Schweregrad bei einem "rückengesunden" Pferd vorkommen können. Werden doch in dem insbesondere für Kaufuntersuchungen zur Hilfe gezogenen Röntgenleitfaden bei Röntgenuntersuchungen des Rückens vorkommende Befunde unterschiedlichen "Röntgenklassen" I bis IV zugeordnet. Dieser Röntgenleitfaden gibt den Tierärzten für die Röntgenbildinterpretation zwar eine Hilfestellung, muss aber den Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst werden, da trotz "Röntgenklassenbefunde" alle untersuchten Pferde normal reitbar waren und unter dem Sattel keine Probleme auftraten.

Tierärzte sind oft gehalten anhand von Röntgenbildern zu beurteilen, ob ein Pferd rückengesund ist oder ob später unter reiterlicher Belastung Rückenprobleme zu erwarten sind. Eine derartige Aussage ist wie "Lesen aus dem Kaffeesatz", weil nicht zuverlässig vorhergesagt werden kann ob ein Röntgenbefund zu Beschwerden führen und damit der Einsatz als Reitpferd beeinträchtigt wird, oder nicht.

Umgekehrt gibt es viele Pferde, die ohne Röntgenbefund sind, aber massive Reitprobleme zeigen. Diese meist muskulären Probleme sind jedoch solche, die durch den Reiter und seine Reitweise verursacht werden, da sich der Pferderücken mehr durch Stabilität und Stärke der Muskulatur auszeichnen soll als durch Beweglichkeit. Die vorhandene begrenzte Beweglichkeit gilt es zu erhalten und zu fördern.

Über Wirbelsäule, Kissing-Spines-Syndrom oder "ausgerenkte Gelenke" (siehe: Chancen und Grenzen des "Einrenkens" unter Aus- und Weiterbildung) wird reichlich gefachsimpelt. Jedoch Nackenband, -strang, -platte und Rückenband, also die "obere Brückenverspannung" soll das Reitergewicht durch muskuläre Unterstützung tragen und muss trainiert werden. Eine kräftige, gesunde Muskulatur des Rückens und vor allem des Bauches, zwischen der die Wirbelsäule wie eine nach oben gebogene Hängebrücke verspannt ist, wird durch anatomisch richtiges konsequentes, zeitaufwendiges Reiten vor allem ruhigem Galoppieren aufgebaut.

Die Hauptfunktion des Pferdes ist nicht den Reiter zu tragen, Pferde müssen geritten werden um den Reiter zu "ertragen" .

_________________
"Jeder hat das Pferd, das er verdient, man hat es sich selbst ausgesucht und zu dem gemacht, was es jetzt ist“ (Bent Branderup).


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Fr 24. Aug 2007, 19:36 
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Beiträge: 1486
Und noch ein Text (Quelle: http://www.tierklinik-wiesbaden.de/version.htm)

Zitat:
Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins ...(?)

Seit geraumer Zeit werde ich insbesondere von institutionellen Pferdeverkäufern im Rahmen von durchgeführten Ankaufsuntersuchungen immer wieder gefragt:

"Hat das Pferd Röntgenbefunde der Kategorie 3 oder nicht". Die Röntgengruppe drei erscheint als die Trennlinie zwischen "gut und böse" oder verkaufbar oder nicht verkaufbar zu sein. Sind Befunde der Röntgenkategorie 3 zu erheben und werden diese ordnungsgemäß mitgeteilt, führt dies oft dazu, dass eine Entscheidung gegen den Kauf des Pferdes getroffen wird, noch bevor man ( wir Tierärzte) die Röntgen - Bilder erläutern konnten oder die Ergebnisse der gleichzeitig durchgeführten klinischen Untersuchung besprochen haben

Ich verstehe den Wunsch nach einer Einordnung der Befunde und weittestgehenden Vereinheitlichung der Bewertung innerhalb des Verkaufsraumes. Nur ist es nicht so, dass bei einer Gruppierung in 4 Gruppen die vorletzte Gruppe zwangsläufig zu der Unbrauchbaren gezählt werden sollte. Wichtig ist vielmehr, zu wissen, was bedeuten die einzelnen Röntgengruppen. Hierzu sollte der Käufer oder derjenige der diese Einteilung nutzt und sie als Meßlatte nimmt sich mal die Interpretationen zuführen:

Gruppe: Interpretation:
Gruppe 1: Röntgenologisch ohne besonderen Befund (obB) und Befunde, die als unbedeutend eingestuft werden.
Gruppe 2: Röntgenologische Befunde, die gering von der Norm abweichen, deren klinische Bedeutung unklar oder unsicher oder unerkannt ist.
Gruppe 3: Röntgenlogische Befunde, die erheblich von der Norm abweichen, die negative Leistungsbeeinflussung aber ungewiss ist.
Gruppe 4: Röntgenlogische Befunde, die mit sehr großer Wahrscheinlichkeit zur negativen Leistungsbeeinflussung führen





Gemäß Protokoll der Röntgenkommission (bestand damals aus drei Hochschulprofessoren, die versuchten bekannte Befunde einzuordnen) von 1993 sollten Befunde der Gruppe 2 und müssen Befunde der Gruppe 3 und 4 im Rahmen einer Ankaufsuntersuchung vom untersuchenden Tierarzt gegenüber dem Auftraggeber erwähnt werden.

Die Gruppe 3 macht sehr deutlich, dass es in der Tiermedizin trotz aller Sachkenntnis und Eingruppierung immer 3 Punkte geben wird, die dazu führen, dass das Risiko für den Auftraggeber nicht übernommen werden kann

# 1. Es wird immer Befunde geben, die wir Tierärzte noch nicht kennen und somit auch nicht bewerten können.
# 2. Es wird immer Befunde geben, deren Einfluss auf die Leistung eines Pferdes unklar ist.
# 3. Es wird immer Befunde geben, die möglicherweise Leistungsbeeinflussend sind - aber nicht sein müssen.

Insbesondere in Pkt. 3 kommt zum Ausdruck, dass die Krankheitsbedeutung eines Befundes von meistens nicht vorhersehbaren Faktoren beeinflusst wird:
Dies sind:

# Tierbedingte


o Alter (ein Dreijähriger wird anders zu bewerten sein als ein 14 jähriges Pferd)


o Kondition (ein regelmäßig gearbeitetes und erfolgreiches Sportpferd wird anders als ein unkonditioniertes Pferd gleichen Alters zu bewerten sein - dies gilt insbesondere in Bezug auf die klinische Untersuchung, obwohl auch längerer Bewegungsmangel sich in Veränderungen des Röntgenbildes verdeutlichen kann)


o Konstitution (hier sind Mangelerscheinungen und Stoffwechselerkrankungen insbesondere in der Aufzuchtsphase eines Pferdes zu berücksichtigen und können Einfluss auf die zu erwartende Leistung des Pferdes haben. Auch solche Veränderungen lassen, sich in Bezug auf den Knochenstoffwechsel am Röntgenbild erkennen)


o Psyche ( Ein hoch im Blut stehendes, sehr leistungsbereites Pferd wird leichte Veränderungen im Röntgenbild oft eher tolerieren als die bei einem weniger leistungsbereiten Typ der Fall wäre)

#

Haltungsbedingte:


o Nutzung (Sportart, Freizeit, Zucht). Hierüber könnte man viel schreiben. Jedoch wird jedem einleuchten, dass Veränderungen in diesem Bereich stark geeignet sind Leistungsbeeinflussende Auswirkungen auf den Bewegungsapparat des Pferdes zu haben


o Pflege (Böden, Schmied, Boxenhaltung) Auch in diesem Punkt spiegelt sich so sehr wieder, wie es jeder Besitzer oft selbst in der Hand hat, inwieweit gesunde Pferde erkranken oder Pferde mit Veränderungen auf Ihren Röntgenbildern leistungsbereit bleiben


o Bewegungsregelmäßigkeit- und Intervall ( dies gilt insbesondere für Pferde die Im Sport sind. Es ist die Spitzenbelastung eines nicht ausreichend vorbereiteten Athleten und das nicht auf die Konstitution und Kondition des Pferdes abgestimmt Trainingsprogramm, dass unseren Pferden Schaden zufügt. Auch in diesem Bereich können klare Überlegungen einem Pferd mit Röntgenveränderungen der Gruppe 3 die Leistungsbereitschaft dauerhaft erhalten und andere "Röntgengesunde" Pferde in kürzester Zeit Ihrer Gesundheit beraubt werden.


o Fütterung (Ausgewogenheit und Abstimmung auf die erwartete Leistung, insbesondere im Energie und Eiweiß - Mineralstoff und Spurenelementanteil trägt entscheidend mit zur korrekten Skelettentwicklung auch unter der Arbeit bei. Es soll nicht vergessen werden, dass auch nach Abschluss des Wachstums das Skelett von jedem Lebewesen sich ständig verändert und sich allen Einflüssen anpasst)

#

Ausbildungsbedingte:


o Können des Reiters bzw. Ausbilders ( Erfahrung insbesondere in der gerechten Ausbildung junger Pferde zu späteren Leistungsträgern ist meiner Erfahrung nach eine Aufgabe die besonders viel Einfühlungsvermögen, Beobachtungsgabe, Geduld und Übersicht erfordert. Daher sollte jeder der sich darin nicht auskennt es nicht scheuen sich erfahrene Hilfe zu Rate zu ziehen. Voran sollte eine große Portion Geduld stehen. Dies gilt insbesondere im Umgang mit dem talentierten Pferd, denn es wird auf Grund seines Könnens einen dazu verleiten die Anforderung vielleicht schneller hochzuschrauben als es für den sich entwickelnden Organismus gut ist.)


o Schonung im Rahmen der Grundausbildung( Ist bereits oben mit besprochen)


o Korrektheit im Rahmen der Grundausbildung (Fehler die hier in Punkto Losgelassenheit, Balance, Stellung und Biegung gemacht werden, werden immer zu reiterlichen aber in hohem Maße auch gesundheitlichen Problemen führen)

Die Gruppe 3 soll diesen verschiedenen Faktoren Rechnung tragen.

Dies führt nicht - darf nicht dazu führen, dass Pferde mit einzelnen Röntgenbefunden der Gruppe 3 zwangsläufig als unverkäuflich - Ausschuss angesehen werden. Die Gruppe 3 stellt den fließenden Übergang zwischen der Gruppe 2 und 4 dar, in die jeweils eindeutig positive oder negative Befunde eingeordnet werden können.
Eine weitere Unterteilung würde wahrscheinlich nur verwirren und im Endeffekt würde sich wieder eine Gruppe als die Grenze zwischen Gut und Schlecht etablieren. Dieses Schwarz - Weiß - Denken muss aufhören, sonst werden die Vorteile einer überregionalen, einheitlichen Bewertung von Ankaufsuntersuchungsröntgenbilder schnell zu Nichte gemacht.

Hier wird auch deutlich, dass neben den Standardröntgenaufnahmen (dies sind nach Empfehlung 10-12) die klinische Untersuchung des Pferdes entscheidend ist. Diese kann in Grenzfällen dazu führen, dass ein Pferd von der Röntgengruppe 2 in die Gesamtbewertung 3 oder gar 4 rutscht oder umgekehrt von Röntgengruppe 3 in Gesamtgruppe 2, wenn dies der untersuchende Tierarzt nachvollziehbar begründen kann. Dies ist auch der Grund warum der Tierarzt die Röntgenuntersuchung stets als Hilfsuntersuchung bezeichnet. Sie soll ihm helfen die in der klinischen Untersuchung des Bewegungsapparates gewonnen Befunde besser zuordnen zu können. Dies bedeutet ganz klar, dass der maßgebliche Befund bei der Bewertung eines Pferdes im Rahmen einer Ankaufsuntersuchung die klinische Untersuchung immer sein wird. Auch Pferde ohne pathologischen Röntgenbefund können erheblich in Ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt sein. Weiterhin muss hervorgehoben werden, dass nicht zuletzt aus Kostengründen im Rahmen der standardisierten Röntgenuntersuchung nur vorgegebene Aufnahmen einiger Gelenke gemacht werden. Oft bleiben weiter oben gelegene Bereiche und die Wirbelsäule unberücksichtigt oder werden als zusätzliche Leistung im Verdachtsfall mittels Röntgen untersucht

Alles zusammen wird nichts daran ändern, dass die Untersuchung immer nur den Zustand zum Untersuchungszeitpunkt erfassen wird und nur eingeschränkt eine Prognose für die unmittelbare Zukunft möglich ist.

Somit darf die Kategorisierung nie das intensive Gespräch mit dem untersuchenden Tierarzt ersetzen. Nur in der Besprechung der erhobenen Befunde kann der Kunde dem Tierarzt seine Vorstellung vermitteln und über die Aussagekraft der durchgeführten Untersuchung aufgeklärt werden. Hier ist es auch möglich auf weitergehende Untersuchungstechniken (zusätzliche Röntgenaufnahmen. CT, Szintigraphie, Ultraschall) hinzuweisen und so möglicherweise fragliche Befunde aus der vorangegangen Untersuchung im Sinne des Auftraggebers abzuklären.

Klar muss sein, dass bei aller Einstufung, allen Techniken immer eine Restunsicherheit auch für den erfahrenen Tierarzt und somit auch für den Käufer bleiben wird. Je mehr, der in der Tiermedizin neuen Techniken zur Anwendung im Rahmen einer Ankaufsuntersuchung kommen, desto mehr Befunde werden erhoben werden, über die zur Zeit keine gesicherten Daten zur Leistungsbeeinflussung vorliegen.

Keine Technik, keine Gruppierung wird so gut werden, dass das beratende Gespräch zwischen Käufer, Verkäufer und Tierarzt zu ersetzen ist. Erst hier wird für beide Seiten deutlich, was machbar ist, welche Aussage zu ermitteln sind und welche Entscheidungshilfe gegeben werden können.

Dieses Gespräch sollte in Ruhe und ausführlich stattfinden und für alle protokolliert werden. Dann werden auch Pferde der Röntgengruppe drei nicht pauschal als "Krüppel" abgeschrieben sein und unter Abwägung möglicher Risiken Ihren Abnehmer finden und erfolgreich sein.

Dr. Stephen Eversfield

_________________
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 Betreff des Beitrags: Ankaufuntersuchung
BeitragVerfasst: Di 4. Sep 2007, 20:38 
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Welchen Umfang sollte Eurer Meinung nach eine Ankaufuntersuchung haben, wenn man dem Verkäufer und seinen Angaben grundsätzlich traut?


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BeitragVerfasst: Di 4. Sep 2007, 21:21 
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Bei meinem ersten Pferd habe ich eine AKU machen lassen. Alles ausser röntgen. War am Ende fast teurer als das Pferd selbst.
Das Pferd ist durchgefallen. Rat vom Tierarzt: "der gehört in die Wurst" - man fand Herzfehler, Tumor, ausgerenkte Hüfte ect.
Ich hab das Pferd trotzdem genommen. Für weniger Geld. Das Pferd ist heute 13 Jahre alt u. ist top fitt. Der hat gar nichts. Ich habe ihm aus dem Pferdeknast befreit (Box im Reitverein) u. in einen Offenstall gestellt. Seither war er nie krank.
Man muss in erster Linie auf sein Herz hören.

Bei meiner sehr viel teureren Stute habe ich den Verkäufern getraut. Und bin gut damit gefahren.

Ich habe schon so viele AKU´s gesehen- auch mit Röntgen: alle o.B., und trotzdem war das Pferd kurze Zeit drauf nicht mehr reitbar.

Du hast als Käufer doch sowieso das Recht auf Deiner Seite, falls was mit dem Pferd nach dem Kauf nicht stimmt...Der Verkäufer muss es bei begründeter Reklamation sogar bei Dir wieder abholen.
Da, wo Du kaufen willst, nehmen sie Pferde sowieso wieder zurück, die Pferde werden mit Schutzvertrag verkauft.

Ich finde, eine AKU ist eher für den Verkäufer wichtig. Damit sichert er sich ab, dass das Pferd bei Übergabe ok war. Wenn das erstmal im Vertrag drinsteht, hast Du schlechtere Karten, das Pferd ggf. zurückzubringen.


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BeitragVerfasst: Mi 5. Sep 2007, 07:36 
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Na ja - wenn Du dem Verkäufer traust, brauchst Du eigentlich keine Ankaufsuntersuchung :wink:
Ich würde es vom Alter des Pferdes abhängig machen. Je älter, um so intensiver die Untersuchung. Schafft für beide Seiten Klarheit.


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BeitragVerfasst: Mi 5. Sep 2007, 07:39 
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Kommt auch drauf an, was man mit dem Pferd vor hat. Und, wie teuer es sein soll.
Ein Freizeitreiter hat da weniger zu beachten als jemand, der ein Leistungspferd sucht. Jemand, der Turniere o.ä. reiten will, sollte eine grosse AKU mit Röntgen machen.


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BeitragVerfasst: Mi 5. Sep 2007, 08:22 
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Ich würde röntgen, wenn ich oder der TA etwas auffällig fände. Mein alter Quarter (beim Kauf 3 3/4, angeritten) hatte z.B. ein kleines Überbein direkt unter dem Vorderwurzelgelenk. Das ließ ich röntgen (dann aber auch in einer Pferdeklinik und nicht bei - ohne es böse zu meinen - irgendeinem Kuhdoktor mit transportablem Röntgengerät), um zu sehen, ob es dem Gelenk Schwierigkeiten machen könnte. War aber nur ein Schönheitsfehler und damit hatte ich kein Problem - hat ihm auch nie Beschwerden bereitet.

LG

Verena


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BeitragVerfasst: Mi 5. Sep 2007, 18:55 
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Kleine Geschichte, die mir von vielen Jahren widerfahren ist.

Habe mir eine 4-jährige Freibergerstute gekauft, sie war tragend. Da ich mit ihr züchten wollte, habe ich eine AKU machen lassen. Zwei Tierärzte waren da. Einer sagt, die läuft schnurgerade, der andere sagt, die ist nicht taktrein. Also, auf zum Röntgen, nach Bern in die Universitätstierklinik. Zwei Tierärzte schauen sich die Röntgenbilder an, beide sagen, die Stute ist sauber, nichts zu sehen. Ich glücklich nach Hause. Nach fast einer Woche ruft mich mein Tierarzt an und sagt, er habe jetzt den Bericht von Bern erhalten und darin stand, dass meine Stute eine Strahlbeinlahmheit aufweise. Ich hab dann die Stute zurück gegeben, keine Ahnung was aus ihr geworden ist.
Tja, also soviel zu den Röntgenbildern. Hätte der zweite Tierarzt nicht darauf bestanden, dass wir Stute röntgen und hätte sich nicht per Zufall noch ein Professor an der Uni die Bilder angesehen, hätte ich die Stute behalten. Vielleicht wäre nie was passiert, vielleicht hätte sie nie Probleme gehabt, vielleicht aber doch.
Fazit: auch Tierärzte sind nur Menschen und können sich irren, so wie Pferdekäufer und -verkäufer.


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 Betreff des Beitrags: Re: Röntgenbilder bei der Ankaufsuntersuchung - sinnvoll?
BeitragVerfasst: Mo 16. Jan 2017, 20:49 
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Beiträge: 8
Wie sieht es denn bei einem arg jungen Tier aus? Was habt ihr an AKU machen lassen?
(Ich denke mal, dass die meisten eine AKU empfehlen, steht außer Frage, oder? Bin aber auch auf eure Sicht, also Vor- und Nachteile einer AKU, gespannt.)

Ich habe früher immer gesagt: "auf jeden Fall eine große AKU!" Mittlerweile tendiere ich aber zum jungen Pferd - das war früher nie der Plan - und sehe die Dinge daher anders.
Ich finde, dass röntgen bei einem jungen Tier (z.B. 6 Monate bis 2 Jahre) vermutlich nicht sehr aussagekräftig ist, da das Pferd ja noch voll im Wachstum steht (im Prinzip eigentlich mindestens bis 4 Jahre) und man sich zudem Fragen sollte, ob hier auch eine Strahlenbelastung an das Tier über geht?! Ich weiß nicht, ob man das dem Tier "antun" sollte.
Wie seht ihr das?
Ich glaube, dass eine kleine AKU sinnvoll ist, da der TA auch noch mal auf ganz andere Dinge achtet und zB auch die Lunge abhört, was man als Käufer sonst nicht macht. Wie sieht es mit einem Blutbild aus? Hab ihr Blut abnehmen lassen oder kann man sich das bei einem jungen Tier auch "sparen" - damit meine ich auch immer, ob die zusätzliche Belastung an das Tier sinnvoll ist, ich spreche hier nicht direkt vom Geld.

Sollte es so einen Thread schon irgendwo geben, gerne verlinken oder erwähnen, wo ich zu dem Thema nachlesen kann :)
Danke!


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 Betreff des Beitrags: Re: Röntgenbilder bei der Ankaufsuntersuchung - sinnvoll?
BeitragVerfasst: Mo 16. Jan 2017, 23:28 
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Beiträge: 209
Wohnort: 49419 Wagenfeld
ich verkaufe meine Pferde generell mit einer kleinen AKU - die ist dann auch im Preis mit drin. Ob geröngt wird überlasse ich dem Käufer - genauso wie die Kosten dafür.
Es kann immer "Schäden" geben die man so nicht sieht. Aber es heißt ja nicht das das Pferd damit (wenn was gefunden wird) jemals Schwierigkeiten bekommen wird. Auf der anderen seite gibt es viele Gründe für Unreitbarkeit die man auf einem RöBi nicht sieht.
Ich denke es sollte jedem selbst überlassen bleiben. Mancher fühlt sich mit einer Röntgen Untersuchung einfach wohler beim Pferdekauf. :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Röntgenbilder bei der Ankaufsuntersuchung - sinnvoll?
BeitragVerfasst: Di 17. Jan 2017, 07:48 
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Beiträge: 92
Ich hab noch nie ne AKU machen lassen.
Hatte vorher 2 Galopper direkt aus dem Rennstall. Beide im Training. Da sollten Herz und Lunge ok sein. Hab auf Empfindlichkeiten im Rücken und an den Beinen geachtet (abtasten) und geschaut, wie sie sich frei bewegen. - Bei denen war mein Gedanke: wenn sie das so ausgehalten haben, dann halten sie mein Freizeitreiten auch aus ;)
Bei BB gleiches Verfahren, aber ich hab mir auch Mama angeschaut. Papa war leider nicht da. Aber der hat in seinem Leben arbeiten müssen und ist ja auch nicht mehr der Jüngste. Also sollte BB genetisch Gesundheit mitbekommen haben. Und was soll ich bei nem Jährling Beugeprobe machen lassen? Damit er danach (TA grob) lahm ist oder was entwickelt an den noch weichen Gelenken? Nee, wollte ich nicht.
Und bis jetzt war nix - er wird dieses Jahr 6.

Man sollte sich aber, vor allem wenn man ein Jungpferd kauft, so gut mit Fütterung auskennen, dass man zumindest überprüfen kann, ob das, was der Aufzüchter tut, auch gut für den Junior ist. Was da versaut wird, weil gespart wird, bekommt man nie wieder gerader gebogen...


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 Betreff des Beitrags: Re: Röntgenbilder bei der Ankaufsuntersuchung - sinnvoll?
BeitragVerfasst: Di 17. Jan 2017, 08:02 
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Also, ganz ohne dass sich ein TA das Tier ansieht würde ich mich nicht trauen, dazu bin ich - glaube ich - nicht Fachmann genug. Bei Fadji hab' ich damals "Fohlen-TÜV" machen lassen, Augen, Herz, Körper und Bewegung ansehen. War wahrscheinlich eine kleine AKU. Röntgen und Beugeprobe halte ich bei einem Fohlen für überflüssig / Geldverschwendung.

_________________
"An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft sondern seinen Charakter." (Konfuzius)


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 Betreff des Beitrags: Re: Röntgenbilder bei der Ankaufsuntersuchung - sinnvoll?
BeitragVerfasst: Di 17. Jan 2017, 08:31 
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Ich habs so gemacht wie du auch denkst. Keine große AKU, weil das mit 6 Monaten auch irgendwie sinnlos ist, aber schon grundsätzlich mal angucken lassen von einem Tierarzt. Das hat mir mindestens ein besseres Gefühl gegeben und sich allein deshalb schon gelohnt *catgrin


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 Betreff des Beitrags: Re: Röntgenbilder bei der Ankaufsuntersuchung - sinnvoll?
BeitragVerfasst: Di 17. Jan 2017, 09:24 
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Eine Beugeprobe beim heranwachsenden Pferd würde ich niemals machen lassen. Da kann mehr kaputt gehen als man meint .... nee nee nee


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 Betreff des Beitrags: Re: Röntgenbilder bei der Ankaufsuntersuchung - sinnvoll?
BeitragVerfasst: Di 17. Jan 2017, 11:49 
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Gibt es ernsthaft TÄ die das machen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Röntgenbilder bei der Ankaufsuntersuchung - sinnvoll?
BeitragVerfasst: Di 17. Jan 2017, 13:59 
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Beiträge: 92
Keine Ahnung, aber da die Beugeprobe ja (soweit ich weiß) Bestandteil der kleinen AKU und fast schon so'n Standard ist, ist u. U. schneller gebeugt, als Du nein sagen kannst. Mein Vertrauen hält sich da leider in Grenzen...
Bei mir wäre ja hinzugekommen, dass ich einen mir unbekannten TA hätte nehmen müssen. Meinen mitbringen war bei der Entfernung schlicht unmöglich oder unbezahlbar. Und nachdem ich ja schon 2 ohne AKU gekauft hatte und nix war, hab ich's beim dritten eben auch so gemacht. Mag blauäugig sein - jetzt ist es eh zu spät. Aber bisher gab's ja nix zu bereuen...

Also, wenn man eine AKU macht, sollte man auf jeden Fall vorher den ganz exakten Umfang mit dem TA besprechen...


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 Betreff des Beitrags: Re: Röntgenbilder bei der Ankaufsuntersuchung - sinnvoll?
BeitragVerfasst: Do 19. Jan 2017, 21:20 
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Registriert: Mi 28. Dez 2016, 10:08
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Vielen Dank!
Finde gerade den Tipp mit dem Futter sehr hilfreich, da hätte ich jetzt gar nicht dran gedacht, Broesel.
Beugeprobe halte ich auch für kritisch... selbst bei einem schon etwas älteren Pferd (1-2 jährig).
Wie sieht es denn mit einer Blutuntersuchung aus? Die würde ja auch entsprechende Hinweise über Mängel (zumindest starke) geben. Hat das jemand machen lassen? Oder kann man sich halbwegs auf das äußere Erscheinungsbild verlassen, wenn das Tier glänzendes Fell hat, klare Augen etc.


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 Betreff des Beitrags: Re: Röntgenbilder bei der Ankaufsuntersuchung - sinnvoll?
BeitragVerfasst: Fr 20. Jan 2017, 11:07 
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Ich hab bei meinem damals ne kleine AKU machen lassen und als die durch war auch mit der TÄ gesprochen und hab mir das Protokoll schicken lassen. Dabei sein oder ein eigener TA ging aufgrund der Entfernung nicht.
Der Zwerg war da 9 oder 10 Monate alt. Blutbild habe ich nicht machen lassen - da keine offensichtlichen "Fragezeichen" aufgetaucht sind. Hab das irgendwann später mal machen lassen, als er schon bei mir war und als was war. Mit nem neuen Stall und neuem Futter tut sich da ja wohl sowieso automatisch was, da finde ich es spannender, wenn man zwischendrin weiß, ob man "auf dem richtigen Weg" ist. Gorny hing ja damals auch tatsächlich noch an Mamas Brust ;)
Ich muss aber auch sagen: hätte ich woanders ein Pferd gekauft, hätte es auch anders laufen können. Aber bei Gornys Züchtern habe ich mich sehr gut "aufgehoben" gefühlt und hatte absolut nicht den Eindruck, man will mir "was andrehen" oder was verschweigen. Sie hätten ihn ohne AKU auch gar nicht verkauft ;)


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